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Die Wildspitze ist der zweithöchste Berg Österreichs und eine abwechslungsreiche und empfehlenswerte Bergtour. Die Route auf die Wildspitze führt über Geröll, einen kurzen Klettersteig und einen „gemütlichen“ Gletscher. Für diese Tour empfiehlt sich für unerfahrene Wanderer einen Bergführer zu nehmen. Wer jedoch Gletschererfahrung hat, kann sicherlich die Tour auch ohne Führer machen.

Karte zur Wanderung auf die Wildspitze

Karte zur Wanderung auf die Wildspitze

BUCHEMPFEHLUNGEN

für Wanderungen in Tirol und Innsbruck

Der lange Aufstieg – Wandern auf die Wildspitze

Die Wetterprognose war hervorragend, ganz im Gegensatz zu dem Gefühl als der Wecker um 04:00 läutete. Wieso mache ich das nochmal? Einfach mal aufstehen, dann wird’s schon wieder werden. Wir sind um 04:30 in Innsbruck gestartet mit dem Ziel Vent im Ötztal. Da es als 1-Tagestour geplant war, musste der Start eher früh gelegt werden. Die Stirnlampen waren auch mit dabei, diesmal mit Akku (also anders als bei Wanderung auf den Schafberg), aber dafür völlig umsonst. Nun ja, für den Notfall und falls es länger dauert, wären sie sicher nützlich gewesen.

Die Tour wird auch sehr gerne in 2 Tagen gemacht. Da fährt man am einfachsten mit dem Lift in Richtung Breslauer Hütte, wandert noch 1 bis 1,5 Stunden zur Hütte und verbringt dort die Nacht. Wir sind recht flott vom Tal in Richtung Hütte aufgestiegen und warteten auf die ersten Sonnenstrahlen, die uns 20 Minuten vor der Hütte erreichten. Für uns startete der Liftbetrieb leider etwas zu spät und wir hätten uns zumindest 400 Höhenmeter gespart. Hier findest du die genaue Tourenbeschreibung. Auf der Hütte verweilten wir kurz und ich habe versucht die Müdigkeit abzuschütteln – teilweise erfolgreich.

Sonnenstern auf der Breslauer Hütte - Wandern auf die Wilspitze

Geröllhaufen und Klettersteig – Wandern auf die Wildspitze

Von der Hütte wird der Weg dann etwas anders – in Worte gefasst: steiniger. Die Markierungen sind zwar zahlreich und die Richtung ist auch ziemlich klar, trotzdem sind wir uns 1-2 mal leicht vergangen. Der Weg ist eher flach und die Höhenmeter, die man am Anfang so schnell gewonnen hat, ließen auf sich warten. 
Der Umschwung kommt dann doch relativ unerwartet und man gewinnt wieder an Höhe. Blöderweise in einem Schutthaufen unter dem Wasser und Eis sich bewegen. Die letzten Reste eines alten Riesen. Aber wehrhaft ist er geblieben 🙂 In einem leichten Zik Zak und nach ein bisschen murksen, fanden wir den Aufstieg zum Klettersteig. Da steilt sich das Gelände wirklich ein bisschen auf. Der Klettersteig ist Kategorie B/C. Nach den ersten 10 Metern wird es ein angenehmer Steig, der einen die Sonne und die Ausblicke genießen lässt.Geröllhaufen nach der Hütte
Klettersteig Wildspitze Klettersteig Wildspitze Klettersteig Wildspitze mit Schwein Klettersteig Wildspitze

Am Gletscher – Wanderung Wildspitze

Nachdem man den Klettersteig überwunden hat, befindet man sich am Taschachferner. Zuerst blickt man zum Brochkogel, dann über ein flaches Gletscherplateau und im Anschluss direkt weiter zur Liftstation aus dem Pitztal. Mit diesem Lift wird die Tour auf die Wildspitze tatsächlich schön kurz. Im Winter mit den Ski gemütlich über den Gletscher gleiten und noch ein paar hundert Höhenmeter – Thema erledigt. Im Sommer aus dem Ötztal wird es doch mehr Erlebnis und Abenteuer. Ohne die große Auflagefläche der Ski waren wir froh, dass wir ein Seil dabei hatten. Am Gletscher zeigten sich einige Löcher und auch ein paar Spalten. 

Zwar lag eine Autobahn am Gletscher, aber die tiefen Fußspuren in Spaltennähe vermittelten ein mulmiges Gefühl. Bis zu diesem Zeitpunkt haben wir nur zwei Personen getroffen, die uns netterweise vor dem Klettersteig vorbei ließen. Am Gletscher war dann schon etwas mehr los. Bergführer mit ihren Gästen, einige weitere Seilschaften und erstaunlicher Weise wirklich wenige ohne Seil. Brohkogel

Am Taschachferner Am Taschachferner - Wandern auf die Wildspitze Am Taschachferner Blick zur Wildspitze

Am Gipfel des 2.höchsten Berges Österreichs – Die Wildspitze

Der letzte Anstieg auf den Gipfel war technisch einfach. Wir haben uns für die direkte Variante durch die Steine auf der Südflanke entschieden. Auch hier liegt schon ein sehr gut ausgetretener Weg. Es gilt aber definitiv aufzupassen, dass man keine Steine hinunterwirft. Auf den letzten Metern wurden wir nochmals kurz zum Ausweichen gezwungen, weil eine Seilschaft einen fünf Meter langen Quergang beim Abstieg mit Friends oder Keilen zu sichern versuchte. Könnte ja spektakulär aussehen 🙂 Oben angekommen wurde brav fotografiert und das Ruheplätzchen mit Bedacht ausgesucht. Es hätte ruhig sein können, aber dazu waren weder wir noch die anderen Gäste eingestimmt. Es war außergewöhnlich warm und man konnte im T-Shirt auf 3768m verweilen. Die Gletscher der Umgebung sahen ein bisschen traurig aus, aber vielleicht gefällt mir die Landschaft einfach besser, wenn sie mit Schnee bedeckt ist. So „chillten“ wir rund eine Stunde am Gipfel.
Schwein auf den letzten Metern Schwein auf den letzten Metern Wok am Gipfel - Wandern auf die Wildspitze Offenblende Don Gipfel 3 am Kreuz Wildspitze Gruppenbild Wildspitze Pärchen am Gipfel Gipfelpanorama Wildspitze
Panorama Wildspitze West

Abstieg von der Wildspitze

Der Abstieg war zu Beginn sehr angenehm. Erster Akt: Zeug wieder in Besitz nehmen, dass man die letzten Meter bis zum Gipfel nicht tragen wollte und dann einfach mal im T-Shirt über den Gletscher wandern. Wie oft kann man das machen? Der Klettersteig wurde sehr vorsichtig abgestiegen. Dann folgt der mühsamste Part. Geröllhaufen auf Wasser und Eis. Jeder von uns rutschte zumindest 1x aus und glücklicherweise hatten wir auch Pflaster, mit netten Bildern darauf, dabei. Sonst wäre die Stimmung ganz sicher gekippt 🙂 Auf der Hütte angekommen, griff jeder zu seinen Methoden. Diese reichten von Aspirin gegen das Kopfweh bis hin zu Weizenbier – natürlich auch gegen das Kopfweh. Manchmal geht es auf den Kopf, wenn man auf 580m schläft und dann auf 3700m wandert. Komischer Weise setzt das Kopfweh immer erst „unten“ ein. Dehydration wird schon auch ein Thema sein. Nach guten elf Stunden waren wir wieder beim Auto und jeder war froh, dass einer fahrtüchtig blieb 🙂

Zeug zusammensuchen Schwein Ärmellos Wildspitze Don beim Abstieg Abstieg See Breslauer Hütte Breslauer Hütte

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